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Roger Wolf authoredRoger Wolf authored
Hinweise für den Versuch Ferromagnetische Hysterese
Magnetisierung und Polarisation
In einem Ferromagneten liegen mikroskopische magnetische Dipole (Elementarmagnete) vor. Richten sich diese über größere makroskopische Bereiche (die sog. Weiss-Bezirke) hinweg gleich aus, bildet der Ferromagnet ein makroskopisches magnetisches Dipolmoment
Die Größe
Die Größe
Legt man an einen Ferromagneten ein äußeres magnetisches Feld an richten sich proportional zur Stärke des Feldes immer mehr Elementarmagnete aus wodurch
Erwärmung des Ferromagneten erhöht dessen Entropie. Dies wirkt der Ausrichtung der Elementarmagnete entgegen und senkt
Flussdichte und Feldstärke
Die Größe und Richtung eines magnetischen Feldes wird durch die magnetische Flussdichte
Legt man an einen Ferromagneten ein äußeres magnetisches Feld der Flussdichte
Hysterese
Trägt man eine der Größen

Abbildung 1: (Typischer Verlauf einer Magnetisierungskurve
- Die gestrichelte Linie stellt die Neukurve dar, bei der der nicht magnetische Ferromagnet zum ersten Mal durch ein äußeres Feld Hmagnetisiert wird.
- Oberhalb einer maximalen Feldstärke H_{S}geht das Material in Sättigung, d.h. es richten sich keine weiteren Elementarmagnete mehr aus undBnimmt proportional zuHzu (\Delta B = \mu_{0}\Delta H). Der dazugehörige Wert fürBist in Abbildung 1 mitB_{S}gekennzeichnet.
- Regelt man Hwieder bis auf 0 zurück bleibt\vec{J}teilweise erhalten. Die GrößeB_{R}=J_{R}bezeichnet man als Remanenz.
- Um die Polarisation des Ferromagneten aufzuheben bedarf es eines nicht verschwindenden Gegenfelds mit der Stärke H_{C}. Man bezeichnetH_{C}als Koerzitivfeldstärke.
- Alternativ kann die Magnetisierung durch Erhitzen auf Temperaturen oberhalb T_{C}, oder durch Wechselfeldbetrieb mit langsam bis auf 0 abnehmender FeldstärkeH\to 0aufgehoben werden.
Variiert man nach Durchlaufen der Neukurve
Das Integral
Methode zur Messung des Hystereseverlusts
Zur Messung des Hystereseverlusts verfolgen wir die folgende Strategie:
- Oszilloskopische Darstellung der Magnetisierungsschleife B(H).
- Elektronische Auslese, Kalibration der Achsen, Glätten der Kurve und numerische Integration der eingeschlossenen Fläche.
- Bestimmung von P_{\mathrm{hsyt}}nach Gleichung (1).
Ein entsprechendes Schaltbild zur Darstellung der Hysteresschleife auf dem Oszilloskop ist in Abbildung 2 gezeigt:

Abbildung 2: (Schaltbild zur oszilloskopischen Aufzeichnung einer Magnetisierungskurve
Die Primärspule mit
Eisenverluste
Der Hystrereseverlust ist bei einem Material mit schmaler Magnetisierungsschlafe gering. Solche Materialen bezeichnet man als weichmagnetisch. Sie weisen i.a.
- eine geringe Koerzitivfeldstärke;
- hohe Remanenz und
- große Leitfähigkeit auf.
Demgegenüberstehen hartmagnetische Werkstoffe, die i.a. eine hohe Koerzitivfeldstärke und hohe Remanenz aufweisen. Die Magnetisierungskurve solcher Werkstoffe ist im Idealfall rechteckig.
Für die den Hystereseverlust gilt näherungsweise die Formel
Ummagnetisierung ist nicht der einzige Mechanismus, durch den Energie bei der Magnetisierung von Ferromagneten verloren geht (siehe Eisenverluste). Gerade die hohe Leitfähigkeit weichmagnetischer Werkstoffe führt zum Energieverlust durch Wirbelströme. Diese unterbindet man, indem man den Eisenkern durch dünne Bleche ersetzt die wechselweise mit isolierendem Material lamelliert werden, wodurch der Widerstand entlang der Strecke
Alternativ wird Eisen pulverisiert und in isolierendem Material in seine endgültige Form gepresst. Die verlorene Energie wird in Wärme umgewandelt. Im Versuch können Sie diese Erfahrung leicht machen, indem Sie einen lamellierten durch einen Volleisenkern ersetzen.
Essentials
Was Sie ab jetzt wissen sollten:
- Den Zusammenhang zwischen \vec{B},\ \vec{J},\,\vec{M}und\vec{H}.
- Die Bedeutung von \vec{H}.
- Das Aussehen und Zustandekommen einer Magnetisierungsschleife, sowie die Bedeutung von Koerzitivfeldsträrke und Remanenz.
Testfragen
- Wie würde sich Abbildung 1 ändern, wenn man statt Bdie PolarisationJauf dery-Achse auftragen würde.
- Wie kann man aus Abbildung 1 ganz offensichtlich sehen, dass für Ferromagnete \muvonHabhängt?
- Wie kann man aus Abbildung 1 ganz offensichtlich sehen, dass Bvon der Verlaufsgeschichte der Messung abhängt?